Dr. Uta Andrée
schrieb am 10. Januar 2026 um 13.45 Uhr
Liebe Familie Happe,
ich bin Pastorin und bin bei meinen Vorbereitungen auf meine nächste Predigt, die sich mit der Taufe von Jesus beschäftigt, auf die Traueranzeige für Stephan gestoßen. Und bin dankbar für die Möglichkeit, Ihnen mein Beileid auszusprechen.
Ich will der Gemende von meiner eigenen Taufe erzählen, die 1985 in der Stephanskirche in Schortens im Rahmen des Konfirmationsgottesdienstes stattfand. Die Konfirmationen wurden 1985 nicht in Jever gefeiert, weil die Jeversche Kirche gerade renoviert wurde.
Ich dachte also so über meine Taufe nach und erinnerte mich plötzlich, dass Stephan mit mir zusammen getauft worden ist. Sofort fiel mir sein Name ein und ich hatte sein stilles freundliches Wesen vor Augen. Deshalb habe ich seinen Namen im Netz eingegeben und bin nun einigermaßen erschüttert, dass er schon gestorben ist.
Vielleicht ist es für Sie von Bedeutung, dass seine Taufe eine Erinnerung an ihn bei einer sehr fernen Kindheitsgefährtin ausgelöst hat. Ich halte ihn in Erinnerung und für mich hat es eine große Bedeutung, dass er sich - wie ich damals - für die Taufe entschieden hat. Denn das verbindet uns mit einer Hoffnung, die etwas ahnen lässt, was jenseits unserer Trauer und des Schmerzes doch möglich sein kann - an Licht und Liebe und Leben.
Ich wünsche Ihnen, die Sie nun ohne Stephan ein zweites Mal einen Jahreswechsel erleben mussten, viel Kraft und tröstliche Aufbrüche in ein neues, anderes Leben.
Ihre Uta Andrée